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Deckelpokal mit Bekrönungsfigur aus Kupfer und emaillierter Traube
Ernst Riegel
vor 1910
Ob dieser kunstvoll gestaltete Deckelpokal je als Gebrauchsgegenstand diente, bleibt ungewiss. Das dekorative Gefäß besteht hauptsächlich aus Silber. Fuß, Schale (Kuppa) und Deckel zieren herzförmig angeordnete Spiralen (Volute) aus Golddraht. Die Schale ruht auf einem mehrgliedrigen Schaft (Baluster). Acht fast quadratische Bernsteinplatten sind in die Wandung eingefasst, zwischen denen sich filigrane Bänder auf vertikalen Stegen schlängeln. Sie münden im unteren Bereich der Schale in Herzen, die jeweils einen Saphir einfassen. Den gewölbten Deckel krönt eine nackte weibliche Figur, die ein Füllhorn voll grünblau emaillierter Trauben emporhebt.
Riegel begann 1887 eine Lehre als Ziseleur und studierte ab 1890 bei Fritz von Miller (1840–1921) an der Königlichen Kunstgewerbeschule in München. Ab 1895 arbeitete er in Millers Werkstatt. Dort trat er mit der Gestaltung von liturgischen Gegenständen (vgl. Inv. Nr. 5065), Pokalen, Medaillen und Schalen (vgl. Inv. Nr. St.248) hervor. Ab 1906 gehörte er der Darmstädter Künstlerkolonie an. 1912 ernannte ihn die Kunstgewerbe- und Handwerkerschule in Köln schließlich zum Professor für Goldschmiedekunst. 1933 entließen ihn die Nationalsozialisten und diffamierten ihn als Künstler.
Titel
Deckelpokal mit Bekrönungsfigur aus Kupfer und emaillierter Traube
Beteiligte
Ernst Riegel (Künstler) GND
Datierung
vor 1910 (Herstellung)
Geografischer Bezug
Herstellungsort: Darmstadt
Material / Technik
Silber, teilvergoldet, getrieben, gesägt; Golddraht; Bernstein; Saphire;
Bekrönungsfigur: Kupfer; Traube: emailliert
Maße
Objektmaß:
25,5 × 9,3 × 9,3 cm
Sammlungsbereich
Inventarnummer
5069
Creditline
Museum Angewandte Kunst, Frankfurt am Main
Zugang
Ankauf; 30.06.1910; Prof. Ernst Riegel, Darmstadt
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